Grundlage für den Bebauungsplan Königsberger Straße

Eine Betrachtung der vorläufigen Planung aus Sicht der Bürgerinitiative gegen unverhältnismäßige Nachverdichtung

Von der Stadt wird der nächste Schritt zur Umsetzung des Rahmenplans Waldstadt-Waldlage angegangen. Mit dem Ziel, durch Nachverdichtung neuen, höherwertigen, aber vor allem mehr Wohnraum schaffen zu wollen, wird ein zeitgemäßer Bebauungsplan für die Königsberger Straße erarbeitet. Nach dem Lippenbekenntnis der Verwaltung sollen die Bürger dabei beteiligt werden.

Planung des Stadtplanungsamts:

gelb: Bestand, blau: Abriss und Neubau, orange: Neubau

1. Wohnbebauung Nord


Die 5 bestehenden 3-stöckigen Gebäude mit je 12 Wohneinheiten sollen abgerissen und durch neue, höhere Gebäude ersetzt werden, da eine Aufstockung wegen der bestehenden Bausubstanz nicht möglich ist. Die neuen Gebäude sollen zur Straße hin 7-stöckig und im hinteren Bereich abgesetzt 5-stöckig ausgeführt werden. Plätze vor dem Gebäude und noch nicht näher definierte Angebote im Erdgeschoss sollen soziale Treffpunkte schaffen.
Die Stadt versucht den Eindruck zu erwecken, diese Planung sei in Abstimmung mit dem Bürgerverein Waldstadt und den Anwohnern entstanden. Dem entgegen wurde die Planung nach der angeblichen Abstimmung mit dem Bürgerverein von 5-stöckiger Bebauung auf 7 Stockwerke -im wahrsten Sinne- aufgestockt („Warum nicht in die Höhe nachverdichten?“ BM Fluhrer). Für den Bürgerverein waren 5-stöckige Gebäude schon immer das Höchstmaß der Neubaupläne: Nicht höher bauen als Baumgipfelhöhe in ca. 15 Meter Höhe. Die Bürgerinitiative schließt sich der Meinung des Bürgervereins an: Wir wollen Neubauten im Wald – auf Bauteile über dem Wald verzichten wir gerne.

Die Neubauten weisen im hinteren Bereich eine ähnliche Grundfläche wie die Bestandbauten auf. Da erscheint eine Erhöhung von 3 auf 5 Stockwerke akzeptabel. Darüberhinausgehende Bauhöhen entsprechen nicht dem Konzept der Stadt im Wald, sie sind übermäßig mächtig und daher nicht verhältnismäßig, auch deswegen, weil die Anwohner gar nicht gefragt werden, was sie brauchen und was sie nicht brauchen.
Drei der 5 Neubauten sollen platzähnliche Flächen zur Straße hin und zudem breitere Häuserfronten erhalten. Der Abstand von der Straße zu den Gebäuden wird verringert um Parkplätze quer zur Fahrbahn zu ermöglichen. Es entsteht eine neue Häuserfront entlang der Straße. Bei 7 Stockwerken in den Kopfbauten wäre das Straßenbild von Hochhausfronten geprägt, was eindeutig nicht dem Charakter der Waldstadt entspricht.
Durch den Rück- und Neubau von 5 Gebäuden fallen insgesamt ca. 8 öffentliche Stellplätze weg. Tiefgaragenparkplätze müssen teuer bezahlt werden. Rechnet man die Umwandlung der benötigten Stellplätze für die bestehenden 12 Wohnungen pro Gebäude in private Tiefgaragenstellplätze ab, so ergibt sich eine Summe von 52 weniger verfügbaren öffentlichen Stellplätzen.
Den Vorteilen von zeitgemäßen und altersgerechten Neubauten stehen auch Nachteile gegenüber: Zeitgemäßes Bauen bedeutet geringe Wohnfläche, der Tiefgaragenstellplatz ist wohl mit der Wohnung verbunden und muss mitgemietet, das heißt bezahlt werden (TG Stellplatz ca. 60€/Monat). Altersgerecht ist in erster Linie ein Personenlift im Gebäude dessen Unterhalt von den Mietern zu bezahlen ist (ca. 800-1500€ jährlich).
Die Bewohner werden für die Bauphase (ca. 2 Jahre) übergangsweise in Ersatzwohnungen im Stadtgebiet verteilt werden. Ob die ehemaligen Bewohner im Anschluss in die Neubauten einziehen können hängt dann von der finanziellen Situation des Einzelnen ab: Die Mieten werden deutlich steigen.
Hier wird auf Kosten der dort wohnenden Personen günstiger Wohnraum durch teuren ersetzt. Die Stadt darf hier nicht einfach an den Bewohnern vorbei planen und sollte unserer Auffassung nach die dort lebenden Personen einbeziehen.
Zum Beispiel ist die Frage, ob „soziale Angebote bzw. Treffpunkte“ im Erdgeschoss benötigt werden? Die wenigen Geschäftsräume an der Kurve haben jetzt schon Probleme Mieter zu finden. Derzeit (Juni 2020) stehen drei Ladengeschäfte leer. Vielfache Versuche, in der Kurve eine Gastronomie zu betreiben, sind in der Vergangenheit stets gescheitert, da die Angebote von den Bewohnern nicht angenommen wurden. Jetzt werden dort Monteursquartiere betrieben. In der Königsberger Straße besteht offensichtlich ein Überangebot an Geschäftsräumen. Die vorgeschlagene Nutzung als „Probenraum“ ist zumindest für Musikproben in einer Wohnumgebung nicht geeignet.
Für die Waldstadtbewohner entlang der Königsberger Straße sehen wir durch den Neubau keinen Mehrwert.

2. Hochpunkt im Osten am Waldstadt-„Boulevard“

2.1 Rückbau des Kreisels und Gebäudeneubau

Durch einen Rückbau des Kreisels werden ca. 20 Stellplätze abgeschafft. Ca. 600 m² Waldfläche und Naturlebensraum in der Mitte des Kreisels werden zerstört und durch kümmerliche Rasenflächen ersetzt.
Schon eine Errichtung von 5 oder 7-stöckigen Gebäuden belastet die Bewohner des östlichsten Bestandsgebäudes.
Zu beachten ist zusätzlich, dass dieses Bestandsgebäude ca. 7 Meter südlicher steht und somit auch diese Länge mehr Überschneidung mit dem Neubau aufweisen wird als die 5 westlich gelegenen Wohnhäuser.
Vom Balkon und Garten aus kann in Zukunft den neuen Bewohnern aus ca. 11 Metern Abstand zugewunken werden. Die Balkone und Gärten wären von den neuen Wohnungen direkt einsehbar. Warum auf den Plänen gerade dieser Neubau viel näher an die Balkone der Bestandswohnungen heran gerückt wird, bleibt rätselhaft, aber offensichtlich wurde nicht an die dort wohnenden Menschen gedacht. Anstatt der sonst ca. 18 Meter sind es nach den gegenwärtigen Plänen hier nur ca. 11 Meter:

Neubauten im Gartenbereich der Bewohner ist unserer Ansicht nach nicht verhältnismäßig. Der angrenzende Gartenbereich scheint in privatem Besitz zu sein, und es ist nicht wahrscheinlich, dass die Eigentümer ein Interesse an einem Neubau in ihrem Gartenbereich haben werden. Aber auch ein voluminöses Gebäude auf der Fläche des Kreisels verändert die Lebensqualität der dort lebenden Personen zum Nachteil. Die Durchlüftung wird behindert – anstatt durch Bäume soll der Freiraum durch ein großstädtisches Gebäude begrenzt werden.

2.2 Ein 12-geschossiges Hochhaus als Endpunkt

Es gibt keinerlei bestehende Höhenlinie, die den Bau eines so gewaltigen Gebäudes rechtfertigen würde. Über 1000 m² Wald müsste weichen und ca. 10 Stellplätze gingen verloren. Durch Bau eines Platzes (wie gezeichnet) auf der gegenüberliegenden Straßenseite nochmals 10 Stellplätze. Die Beeinträchtigung der umliegenden Wohnungen wäre bei einem 3- bis 5- stöckigen Gebäude akzeptabel. Ein Hochhaus an dieser Stelle jedoch würde den Charakter der Waldstadt in einem nicht hinzunehmenden Maße verändern.

3. Wohnbebauung Süd


Ein Verweis auf die Kolberger Straße im Planungsantrag („Hofbildung“) soll andeuten, dass man in der Kolberger schon solche vorfindet. Die Kolberger Straße ist ein Boulevard mit Parkbuchten in der Mitte und dichtem Baumbestand. Die mit Abstand errichteten 9-stöckigen Gebäude an der Straße sind von den Stirnseiten der Zeilenbauten durch mindestens 15 Meter Baumbestand getrennt und stören deshalb nicht:

Die „Punktgebäude“ in der Königsberger Straße sollen jedoch zwischen den Zeilenbauten errichtet werden, was die Bewohner direkt beeinträchtigt. Eine Durchlüftung wird behindert. Die Schallreflexionen durch das Schließen der offenen Lücke wären enorm. Die dort lebenden Personen sollen Gebäude direkt vor die Nase gesetzt bekommen. Statt Natur plötzlich ein Neubau vor der Terrasse und Balkon.
Trotz vorgegebenem Bestandserhalts war der Zeichner der Pläne sehr „kreativ“. Durch Wunschdenken oder Irrtum getrieben werden auf dem Plan die Neubauten zwischen Gebäudezeilen gezeigt, die sich zugewandte Gebäudeeingänge haben. Die Terrassen und Balkone befänden sich auf den Rückseiten, nicht zum Neubau hingerichtet. Somit würden nach dem Plan sich jeweils abwechselnd die „grünen“ Bereiche mit Terrassen und Balkonen, und auf den Bereichen mit dem Neubau nur Gebäudeeingänge gegenüberstehen.

Dies ist jedoch nicht der Fall. Alle Bestandsgebäude haben ihre Freisitze Richtung Osten und die Hauseingänge Richtung Westen:

Wer davon spricht, dass „Aktionsflächen“ zwischen den Gebäuden den Freiraum aufwerten, hat sich noch nie auf einem der Balkone aufgehalten. Jeder Laut wird an den Häuserfronten reflektiert und verstärkt sich somit auf ein unerträgliches Maß. Jedes leise Geräusch vor dem Haus wirkt durch Reflexion an den Betondecken der Loggien so, als wäre die Geräuschquelle nur 1 Meter entfernt.
Durch Schaffung von Spielflächen wären die Freisitze nicht mehr nutzbar. Das ist nicht verhältnismäßig.
Gibt es doch neben den Bestandsgebäuden ein ca. 15.000 m² großes Waldstück auf dem jetzt schon Spielplätze und Aufenthaltsmöglichkeiten existieren. Es ist nicht einzusehen, warum zwischen den Zeilenbauten Sport-, Spiel- und Feierplätze eingerichtet werden sollen:

4. Wohnbebauung West und Garagenhof

Der Garagenhof ist in privater Hand und der Eigentümer hat derzeit kein Interesse an einer Umgestaltung.
Die Ladengeschäfte sind entgegen dem ersten Planungsentwurf nicht mit in das Konzept einbezogen. Diese befinden sich in privatem Besitz und seitens der Stadt gab es seit 2018 keine Bestrebungen mehr die Ladenbesitzer mit ins Boot zu holen.
Grundlage für die Feinplanung ist der Entwurf des Landschaftsarchitekturbüros schneider+schumacher aus Frankfurt, das als Sieges des Planungswettbewerbs hervorging: https://waldstadt-ka.de/planungswettbewerb-koenigsberger-strasse-2-a-d-ist-entschieden

5. Öffentliche Stellplätze in der Königsberger Straße


Wie oben geschätzt fallen durch die Maßnahmen ca. 48 öffentliche Stellplätze weg. Durch Rück- und Neubau der 5 Gebäude mit einem Tiefgaragenstellplatz pro Wohneinheit werden ca. 52 öffentliche Stellplätze weniger benötigt.
Abfahrten zu den Tiefgaragen unter den neuen Gebäuden sind auf den vorläufigen Plänen nicht zu erkennen und es ist anzunehmen, dass dadurch weitere öffentliche Stellplätze wegfallen werden.
Insgesamt bleibt die Anzahl der öffentlichen Stellplätze für die Bestandswohnungen in etwa identisch.
Bei 305 öffentlichen Stellplätze und 840 Wohneinheiten gibt es derzeit 0,35 Stellplätze pro Wohneinheit. Die 500 neu errichteten Wohnungen werden mit einen Stellplatzschlüssel von 1,00 (einem) Stellplatz pro Wohneinheit geplant. Dadurch ändert sich der Stellplatzschlüssel für die Bestandswohnungen jedoch nicht. Die Behauptung, die Parkplatzsituation würde durch die Maßnahmen verbessert, ist nicht zu halten, da die neu geschaffenen Tiefgaragenstellplätze nicht den Bestandswohnungen zur Verfügung stehen.

Schätzung des Bedarfs an Stellplätzen in der Waldstadt
Laut dem Statistikatlas Karlsruhe waren 2018 in der Waldstadt registriert (https://web5.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/statistik/atlas):
– Haushalte: 6795
– Kraftfahrzeuge insgesamt: 5670
– Personenkraftwagen: 5183
– Krafträder: 363
– Lastkraftwagen und sonstige Fahrzeuge: 124
Demzufolge werden in der Waldstadt ca. 0,8 Stellplätze pro Wohneinheit benötigt.
Die ca. 500 neuen Wohnungen bringen jeweils einen Tiefgaragenstellplatz mit sich. Durchschnittlich wird jeder fünfte Stellplatz (20%) nicht für die Wohneinheit benötigt und könnte auf dem freien Markt den Nachbarn zur Vermietung angeboten werden. In Summe ca. 100 Tiefgaragenstellplätze für die verbleibenden 640 Bestandswohnungen (840-200).
Für die Bestandswohnungen ergeben sich dadurch theoretisch bis zu ca. 0,58 Stpl./WE (270 öffentliche Stellplätze plus 100 vermietete Tiefgaragenstellplätze auf 640 Bestandswohnungen).

Unterstellte man, dass von den Neubauten nur 0,8 Stpl./WE benötigt würden und alle nicht benötigten Tiefgaragenstellplätze (20%) an Nachbarn ohne Stellplatz vermietet werden ergeben sich zwar theoretisch bis zu 0,58 Stpl./WE für die Bestandsbauten, aber wer kann sich für ca. 60 € pro Monat einen Tiefgaragenstellplatz leisten?

Die Königsberger Straße ist jetzt schon so dicht zugeparkt, dass sich jede Nachverdichtung ohne ausreichenden zusätzlichen Parkraum verbietet. Bei 300 zusätzlichen Wohnungen ist auch mit Tiefgaragen unter den Neubauten nicht mit einer Entlastung der Parksituation zu rechen. Tiefgaragen senken zudem den Grundwasserspiegel, was den vielen Flachwurzler Bäumen zusätzlich schadet.
Die Bürgerinitiative will keine unverhältnismäßige Nachverdichtung, weder in der Anzahl der neuen Wohnungen noch in der Erhöhung der Bauten über 5 Stockwerke. In der Königsberger Straße wäre zudem kein zusätzlicher Naturverbrauch angebracht.

* Beschlussvorlage zur Erarbeitung eines Bebauungsplans 2019-02-14_Beschlussvorlage_303_Waldstadt_KönigsbergerStr.pdf

* Rahmenplan Waldstadt Vertiefung Königsberger Straße RP_Waldstadt_mit_Vertiefung_Koenigsberger_Str_190214.pdf

Planungswettbewerb Königsberger Straße 2 a-d ist entschieden

Am 17. Juni hat der Planungsausschuss der Stadt Karlsruhe in ihrer Sitzung den Sieger des Planungswettbewerbs für die Königsberger Straße 2 a-d entschieden. Der Erste Preis geht an das Landschaftsarchitekturbüro schneider+schumacher aus Frankfurt.

Die Bürgerbeteiligung
Fehlanzeige – die gab es nicht. Und es ist auch keine Beteiligung geplant. Lediglich einen kurzen Blick auf die zum Planungswettbewerb eingereichten Entwürfte durften die Waldstadtbürger werfen. Dies war jedoch viel zu kurzfristig bekannt gegeben worden.

Aus eins mach zwei
Der bestehende Zeilenbau mit 79 Wohnungen soll abgerissen werden. Mit einem Neubau will die Stadt sich jedoch nicht begnügen. Der Wald vor den Freisitzen soll durch ein weiteres Gebäude ersetzt werden. So erhält man einen wunderbaren Innenhof und die zukünftigen Bewohner können sich zuwinken. Der Abstand bis zum nächsten Gebäude schrumpft bis auf die Hälfte. Ein Waldstück hat dazwischen keinen Platz mehr.

Eins ist klar
Die jetzigen Bewohner werden verdrängt. Die Neubaumieten wird sich kaum einer leisten können. Dies war schon so als das Wohnhaus am Ende der Kolberger Straße saniert wurde. Die Kaltmiete stieg nach der Sanierung auf 11,60 EUR. Und das war kein Neubau. Zusätzlich dürften auch die Betriebskosten deutlich steigen, nicht zuletzt wegen der Personenlifte. Hinzu kommen teure Tiefgaragenstellplätze. In der Kolberger Straße wollten die ehemaligen Mieter jedenfalls nicht mehr zurück.

Die Ladengeschäfte
sind entgegen dem ersten Planungsentwurf nicht mit in das Konzept einbezogen. Diese befinden sich in privatem Besitz und seitens der Stadt gab es seit 2018 keine Bestrebungen mehr die Ladenbesitzer mit ins Boot zu holen.

https://www.wochenblatt-reporter.de/karlsruhe/c-lokales/entwicklung-in-der-karlsruher-waldstadt_a187162

https://www.competitionline.com/de/beitraege/188119

120 neue Wohnungen in der Königsberger Straße 2 a-d

Die Volkswohnung hat den ersten Schritt zur Nachverdichtung in der Waldstadt in Angriff genommen. Das Gebäude in der Königsberger Straße 2 a-d mit 79 Wohnungen soll abgerissen und ein Mietobjekt mit rund 120 neuen Wohnungen gebaut werden.

Die Jury des Planungswettbewerbs hat zwei erste Preise vergeben. Diese werden nun vor einer erneuten Entscheidungsfindung im Frühsommer 2020 nochmals überarbeitet. Wie die neuen Gebäude letztlich aussehen werden steht also noch nicht fest.

Die rund zweijährige Bauzeit soll 2023 starten. Es ist geplant die Arbeiten bis 2025 abzuschließen.

Weitere Bilder:
https://www.competitionline.com/de/beitraege/188119

Pressemitteilung der Volkswohnung:
https://www.volkswohnung.com/unternehmen/presse/meldung/rund-120-neue-mietwohnungen-fuer-die-waldstadt-planungswett-bewerb-koenigsberger-strasse-2-a-d-entschieden-72

Bericht in der StadtZeitung:
https://presse.karlsruhe.de/db/stadtzeitung/jahr2020/woche16/volkswohnung_120_mietwohnungen_fur_die_waldstadt.html

Nachverdichtern am 26. Mai die Stimme versagen

am nächsten Sonntag, den 26. Mai 2019 finden die Kommunalwahlen statt, bei denen der Gemeinderat neu aufgestellt wird. Das bedeutet in Sachen Nachverdichtung die Weichenstellung für die nächsten Jahre.

Sollten CDU, SPD und GRÜNE weiterhin die Mehrheit im Gemeinderat bilden, so wäre die Waldstadt dem unbegründeten Nachverdichtungswahn weiter ausgeliefert.

Im Gegensatz zur Karlsruher Liste, FDP, Freie Wähler, AfD und FÜR Karlsruhe versuchen die etablierten Fraktionen die Waldstadt in einen dicht besiedelten Wohnbunker-Stadtteil zu verwandeln.

Bitte helfen Sie mit die schwerwiegende Bedeutung der Wahl mit Nachbarn, Freunden und Bekannten zu teilen, um hoffentlich diese Massenbürgerhaltung abwenden zu können.

Um die Standpunkte der einzelnen Fraktionen zu erfahren, haben wir dem Gemeinderat drei Fragen bezüglich Nachverdichtung in der Waldstadt gestellt.

Unten finden Sie unseren Flyer zum Thema Kommunalwahlen. Die Antworten stehen in voller Länge auf unserer Website: https://waldstadt-ka.de/drei-fragen-an-die-gemeinderatsfraktionen

Weitere Beiträge

Abstimmung des interfraktionellen Antrags zur Begrenzung der Bauhöhen der Nachverdichtung „Kolberger Str. 3-5“ (Tankstellengelände max. 3 Stockwerke, Garagenhof max. 4 Stockwerke, ab Kurve Richtung Osten max. 5 Stockwerke) wurde vom Gemeinderat abgelehnt

Interfraktioneller Antrag der KULT-Fraktion Karlsruhe, FDP Karlsruhe-Stadt, Freie Wähler Karlsruhe und FÜR Karlsruhe zur Nachverdichtung in der Waldstadt-KA kam in der letzten Gemeinderatssitzung dieser Legislaturperiode nicht zur Abstimmung, die Mehrheit (GRÜNE Karlsruhe, SPD Karlsruhe und CDU Karlsruhe) verwies den Antrag in den Planungsausschuss.

Interfraktioneller Antrag

KULT, FDP, Freie Wähler und FÜR Karlsruhe haben beantragt:

  1. Die geplante Bebauung in der Kolberger-Straße 3-5 wird in der Höhenentwicklung abgestuft: Auf dem ehemaligen Tankstellengelände wird die Höhe auf max. 3 Stockwerke, auf dem ehemaligen Garagenhof auf max. 4 Stockwerke und ab der Kurve in östlicher Richtung auf max. 5 Stockwerke begrenzt.
  2. Die Abstände zu den bestehenden Wohnbebauungen werden vergrößert, Schattenwurf auf Wohngebäude und in bestehende Gärten verhindert.
  3. Der Bedarf für einen weiteren Nahversorger soll durch eine Befragung der Anwohnenden überprüft werden.
  4. Die angekündigte frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit wird schnellstmöglich durchgeführt. Aufgrund der emotionalen Stimmung in der Bevölkerung wird die Beteiligung breiter angelegt als die angedachte Bürgerversammlung. Als erster Schritt wird das Modell der Waldstadt als Dauerausstellung im Stadtteil zugängig gemacht. Signifikante Planänderungen (z.B. weitere Aufstockungen, weitere Gebäude) werden der Bevölkerung an Hand des Modells bekannt gemacht.
    Der Antrag incl. Begründung

Abstimmung gegen den Antrag

Die Mehrheit des Gemeinderats wollte hierzu keine Abstimmung und hat statt dessen darüber abgestimmt keine Abstimmung des Antrags durchzuführen.

Die offizielle Kurzfassung: Die Verwaltung empfiehlt, die offene Frage zunächst […] im Zuge eines „Runden Tisches“ zu klären, um dann in den Fachgremien das weitere Vorgehen zu beraten.

Abstimmungsergebnis

In Folge gab es keine Abstimmung über den interfraktionellen Antrag.

Hier ist die offizielle Stellungnahme der Stadt zu finden: Stellungnahme TOP 40

Live dabei

Unser Beobachter Hans Diefenbach war am 14. März bei der Gemeinderatssitzung und hat seine Beobachtungen niedergeschrieben:

Bericht in der BNN

ArKas-Fachbeirat Peter Liptau, Bauhistoriker und Autor bei moderneREGIONAL, zur Waldstadt

„[…] Der vorgelegte Entwurf bzw. dieses Nachverdichtungs-Konzept täuscht das Eingehen auf die Umgebungsbebauung nur vor, zeugt aber von völligem Unverständnis dessen. Die Baukörper sind zu groß, stehen zu eng, verbauen Blickachsen. Außerdem stehen sie für das Verständnis für den Begriff „Waldstadt“ viel zu nah am Straßenraum. Sie nehmen zwar vorhandene, an dieser Stelle aber falsche Baulinien auf. Außerdem stehen die wüfel- und quaderförmigen Bautypen aller Umgebungsarchitektur entgegen. Ein findiges Architekturbüro KÖNNTE hier den ‚Gedanken Waldstadt‘ in einem kreativen Weiterdenken der Strukturen und vorhandenen Baukörper möglicherweise weiterentwickeln. Das könnte auch Schule machen für die anderen Stichstraßen. Das hier vorliegende ‚Konzept‘ tut das aber eben in keiner Weise.“

Quelle: https://arbeitsgemeinschaftkarlsruherstadtbild.com/rote-liste-karlsruher-kulturdenkmale/waldstadt-kolberger-strasse

Die Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Stadtbild e.V. stellte die Waldstadt im Januar 2019 auf die Rote Liste der bedrohten Kulturdenkmäler Karlsruhes

Lageplan des Wettbewerbsentwurfs der Waldstadt von Karl Selg von 1956/57, der „Urplan“, welcher der Ausführung zugrunde gelegt wurde (saai am KIT, Werkarchiv Karl Selg)

„Denn das markante städtebauliche Zeugnis der Ära Klotz aus den 60er Jahren, für das Karlsruhe überregional bekannt ist, droht durch Nachverdichtung zerstört zu werden. Überlegungen in den frühen 1990er-Jahren zu Verdichtungsmaßnahmen an der offenen Siedlungsstruktur wurden nach genauer Prüfung durch das Stadtplanungsamt glücklicherweise wieder zu den Akten gelegt. Nun wird die Waldstadt durch eine unmaßstäbliche Nachverdichtung an der Kolberger Straße erneut massiv bedroht. Alle Hemmungen scheinen vor dem Hintergrund des erneuten Wohnungsengpasses gegenwärtig zu fallen: Ein tatsächlich wenig attraktiver Garagenhof soll nicht etwa – wie früher bereits jener an der Insterburger Straße – durch eine unproblematische Einfügung von verdichteten Flachbauten ersetzt werden. Heute will man hier nun vier massive, fünf bis 8-geschossige Hochbauten hineinklotzen, welche die charakteristische Struktur der Waldstadt an dieser Stelle völlig auf den Kopf stellen würden. Ob wohl in letzter Minute noch Augenmaß und Vernunft siegen? Nachverdichtung ist sicherlich notwendig, aber nicht zum Preis der Zerstörung eines auch städtebaugeschichtlich wertvollen Kontextes.“

Quelle: https://arbeitsgemeinschaftkarlsruherstadtbild.com/2019/01/21/rote-liste-waldstadt

Treffen der Bürgerinitiative am 09.01.2019

Treffen der Initiative alte Waldstadt
am 09.01.2019 in Time’s Bistro und Café Insterburger Straße 16 a

Die nächste Zusammenkunft soll am Freitag, den 08.02.2019 am selben Ort zur selben Zeit 19:00 Uhr stattfinden

Zusammenfassung

Besonders gefreut hat uns die neuerliche Teilnahme von Herrn Lüppo Cramer, dem Vorsitzenden der Karlsruher Liste, der sich an den richtigen Stellen mit den richtigen Fragen und Kommentaren eingebracht hat. Danke!

Nach wie vor kontrovers wurde diskutiert, wie sinnvoll die Anfertigung und Verbreitung eines neuen Flyers sein könnte, der die Bewohner der alten Waldstadt darauf bringt, dass nicht nur die Sache der Kolberger Straße verhandelt wird, sondern auch andere Straßenzüge betroffen sein werden, wenn der Rahmenplan Waldstadt Schritt für Schritt in die städtebauliche Praxis umgesetzt werden wird.

Weiter gab es keine klaren Äußerungen zur Finanzierung eines Rechtsstreits mit der Stadt.

Herr Diefenbach wird zusammen mit Herrn K* einen ersten Gesprächstermin mit RA H* wahrnehmen von der Anwaltskanzlei *; Herr S* möchte sich anschließen.

Ziel des Gesprächs soll sein auszuloten, welche Möglichkeiten die Initiative hat, gegen die Pläne der Stadt in ihrer jetzt bekannten Form vorzugehen.

Weiter war die Bereitschaft gering, sich mit Leserbriefen an die lokale Presse zu wenden und so für mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu sorgen.

Hauptgegenstand der Diskussion war die Konkretisierung eines Schreibens an die Mitglieder des Stadtplanungsausschusses, für die Herr Diefenbach eine Vorlage lieferte, die den Vorstellungen der Anwesenden entsprechend angepasst und verändert wurde.

Ähnliche, wenn auch kürzere, Schreiben können an die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats gehen und schließlich an das Büro des Oberbürgermeisters.

Die Schreiben sollen mit der Bitte um einem Lokaltermin Anfang März verbunden werden, „wenn die Witterung freundlicher“ zu sein verspricht (Beitrag C*) und der Wahltermin für Kommunal- und Europawahl nahe genug gerückt ist.

Herr B* und Frau K* erklärten sich bereit einen weiteren Flyer zu entwerfen und für die sichere Verteilung zu sorgen.

Treffen der Bürgerinitiative am 05.12.2018

Anwesend war neben den Teilnehmern der Bürgerinitiative auch das Mitglied des Karlsruher Gemeinderates Herr Lüppo Cramer.

Herrn Cramer wurde das Bauvorhaben und die Bedenken der unmittelbaren und mittelbaren Nachbarn erläutert, er hat ein starkes Interesse an unserem Anliegen geäußert und würde sich zukünftig über Informationen über den Fortgang der Initiative freuen.

Daraufhin hat Herr Cramer uns einige Vorschläge zur weiteren Arbeit unterbreitet:

  • nach einer angemessenen Frist von ca. 6-8 Wochen beim Baudezernat nachzufragen, inwieweit unsere Bedenken in der Planung berücksichtigt worden sind.
  • Sofern das Baudezernat keine zufriedenstellende Informationen zur Verfügung stellt, das Nachfragen wiederholen
  • Initiierung eines Termins vor Ort mit den Mitgliedern des Stadtplanungsausschusses
  • Einladung von Medienvertretern zu diesem Termin vor Ort
  • Vorschlag: Nicht alles auf https://waldstadt-ka.de zu veröffentlichen, um die eigene Zielrichtung samt unserer Argumentation dem Investor und der Stadt möglichst lange zu verbergen.
  • Herr Cramer stellt uns auf Wunsch die Namen der Mitglieder des Stadtplanungsausschusses zur Verfügung.
  • Herr Cramer empfiehlt unsere Medienpräsenz zu verstärken: mehrere (natürlich unterschiedliche) Leserbriefe an BNN, eigener Artikel

Übereinstimmung der Teilnehmer zu einem Termin vor Ort:

  • Herr Diefenbach wird gebeten die Mitglieder des Stadtplanungsausschusses zum Termin einzuladen
  • Idee Herr Cramer: ein Samstag vormittags Mitte/Ende Januar 2019

Übereinstimmung der Teilnehmer zu einer nochmaligen Flyeraktion in der Waldstadt; insbesondere Kolberger, Insterburger und Schneidemühler Str.:

  • Der Flyer muss auf einfache Art die Veränderung der Waldstadt und damit verbundenen Risiken und Einschränkungen deutlich machen.
  • Wenn möglich bereits Hinweis auf den Vororttermin auf Flyer
  • Herr K* möchte einen Entwurf vorbereiten.
  • Herr F* möchte an der Erarbeitung der finalen Version mitwirken.
  • Weitere Mitwirkende erbeten

Neuer Termin: 09.01.2019 19:00 Uhr

Treffen der Bürgerinitiative am 07.11.2018 zum Bauvorhaben Kolberger Str. 3-5

Zum Thema „Bauvorhaben Kolberger Str. 3-5“ fand für Interessierte und Aktivisten ein Treffen zum Informationsaustausch und zur Planung des weiteren Vorgehens statt.

Treffpunkt am Mittwoch, 07. Oktober war der Nebenraum der Times Bistro Bar in der Insterburger Straße 16a.

1. Tagesordnungspunkt

Der Vorsitzende Herr Diefenbach eröffnete die Sitzung um 18:00 Uhr und begrüßte alle Anwesenden. Für alle neu Hinzugekommenen fasste er kurz das Ziel der Bürgerinitiative zusammen. Er betonte, dass nicht grundsätzlich gegen Neubauten angegangen werden soll, aber der ursprüngliche Bebauungsplan der Gründer der Waldstadt soll in der Art der Bebauung respektiert und so weit wie möglich beibehalten werden.

Der Stadtrat Sven Maier hat das Treffen besucht und sich ein Bild von den Befürchtungen der Bürger gemacht. Seine gewonnenen Erkenntnisse möchte er mit dem Sprecher des Planungsausschusses Herrn Tilman Pfannkuch erörtern. Auch für ihn war die anfängliche Zusammenfassung gedacht und wichtig. Die Runde bedankte sich ausdrücklich für das Interesse, das er bekundet hatte.

2. Tagesordnungspunkt

Die Teilnehmer erläuterten reihum ihre wichtigsten Anliegen. Darunter waren die Sorgen um:

  • Natur, Bäume und Sträucher
  • Verkehrs- und Parkplatzsituation
  • Zunahme von Verkehrslärm
  • Verkehrssicherheit angesichts der geplanten Wohnungsverdichtung an der unübersichtlichen Kurve
  • Nähe des geplanten Hochhauses zu den Einfamilienhäusern
  • Zweifel am Konzept des Investors, insbesondere wegen der Einrichtung eines weiteren Supermarktes
  • Furcht vor weiterer Teuerung

3. Tagesordnungspunkt

Herr Diefenbach berichtete über die neuesten Reaktionen der Behörden. Der Oberbürgermeister und der Baubürgermeister wollen zurzeit nicht in das laufende Verfahren eingreifen, also verweigert sich auch das Stadtplanungsamt. Mehrere Anfragen zu einem Termin mit dem Oberbürgermeister wurden abschlägig beantwortet. In die Planung würden die Anregungen der Bürger laufend mit einbezogen, soweit es sinnvoll sei. Nach Abschluss der Planung werden die Baupläne veröffentlicht und können dann geprüft und begutachtet werden. Hier sind nach Meinung der Verwaltung der richtige Ort und die richtige Zeit für eine Bürgerbeteiligung. Am Ende der Prozedur entscheidet der Gemeinderat über die Umsetzung.

Die Gemeinderatsfraktionen, die von der Kritik der Initiative Kenntnis haben (dieselben Briefe, die auch das Dezernat 6 (Baubürgermeister) und das Dezernat 1 (Oberbürgermeister), haben bisher nicht geantwortet. Es gibt allerdings eine frühere hinhaltende Antwort von der Grünen Fraktion.

4. Tagesordnungspunkt

Mögliche weitere Schritte der Bürgerinitiative wurden erneut vorgebracht:

  • Verteilung eines zweiten Flyers an alle Haushalte der Waldstadt
  • Einbeziehung der Medien (BNN, usw.)
  • Veröffentlichung eines weiteren Aufrufs im Waldstadtbürger
  • Einladung von Gemeinderatsmitgliedern zum nächsten Treffen
  • Private Versuche in die „Bürgersprechstunde“ des Oberbürgermeisters eingeladen zu werden
  • Direkt Betroffene prüfen, ob ihre Rechtsschutzversicherung ein Vorgehen gegen die Stadt einschließt

Herr Hansen erinnerte daran, dass Herr Hoffmann, Anwalt für Baurecht, beim ersten Versuch einer Bebauung des Garagengeländes (2012) möglicherweise erfolgreich mit geholfen hat das Bauvorhaben zunächst abzuwenden.

Die Teilnehmer einigten sich auf ein erneutes Treffen am Mittwoch, den 05.12.2018 um 19:00 Uhr. Dieses wird ebenfalls im Nebenraum der Times Bistro Bar in der Insterburger Straße 16a stattfinden.